Comprehensive Sepsis Center

Sepsis – im Volksmund oft als „Blutvergiftung“ bezeichnet – ist ein medizinischer Notfall. Innerhalb kürzester Zeit kann sie lebensbedrohlich werden und verschiedene Organe schwer schädigen. Jede Minute zählt: Nur durch eine schnelle Diagnose und abgestimmte Therapie lassen sich Todesfälle und schwere Verläufe verhindern. 

Doch selbst wenn Patientinnen und Patienten die akute Phase überleben, leiden viele unter langfristigen Folgen wie Gedächtnisstörungen, Erschöpfung, psychischen Belastungen oder körperlichen Einschränkungen. Diese komplexen Beschwerden benötigen spezialisierte Rehabilitation – wie sie am neuen Comprehensive Sepsis Center (CSC) Dresden/Kreischa geboten wird. Die enge Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und der KLINIK BAVARIA Kreischa schafft erstmals ein umfassendes Behandlungsangebot für Betroffene, das alle Phasen – von der Intensivmedizin über die Reha bis zur Nachsorge – integriert. 

Das Ziel: Die Überlebensrate steigern, die Lebensqualität verbessern und Betroffene langfristig unterstützen. Dazu wird aktuell ein strukturiertes Nachsorgekonzept entwickelt, das auch nach dem Klinikaufenthalt in der häuslichen Umgebung eine kontinuierliche Versorgung und einen verlässlichen Ansprechpartner gewährleistet.

Sepsis – ein medizinischer Notfall

Bei einer Sepsis wehrt sich das Immunsystem so intensiv gegen eine sich über die Blutbahn ausbreitende Infektion, dass es zu massiven Schäden am körpereigenen Gewebe kommt. Im schlimmsten Fall führt dies zum lebensgefährlichen Organversagen. Allein in Deutschland erleiden jährlich 150.000 Menschen eine Sepsis – mit steigender Tendenz bei Schweregrad und Gesamtanzahl. In mehr als einem Drittel der Fälle sterben die Patientinnen und Patienten an der schweren Infektion selbst oder an deren Folgen. Aufgrund dieser hohen Sterblichkeit stehen die Ärztinnen und Ärzte unter dem hohen Druck, die Sepsis schnell zu erkennen und zu behandeln. Zudem machen die sehr unterschiedlichen Ursachen, die zu dieser schweren Infektion führen können, eine fachübergreifende Betreuung der Betroffenen notwendig.

Die Komplexität der Sepsis führt dazu, dass viele der davon Betroffenen über Wochen auf einer Intensivstation liegen müssen. Hier können sie künstlich beatmet, zum Teil aber auch dialysiert oder mit dem ECMO-Verfahren versorgt werden. Dabei reichern die Intensivmedizinerinnen und -mediziner das Blut der Patientin bzw. des Patienten außerhalb des Körpers mit Sauerstoff an.

Der Weg zurück nach Sepsis

Auch nach überstandener Sepsis ist es für Ärztinnen, Ärzte, Therapierende und Pflegende eine große Herausforderung, den Betroffenen den Weg zurück zu einem selbstbestimmten Leben zu ebnen. Nach der Entwöhnung von Organersatzverfahren müssen sich viele der Patientinnen und Patienten alltägliche Dinge wie Gehen, Schlucken oder Sprechen neu aneignen. Halbjährige Aufenthalte in Reha-Kliniken sind dabei keine Seltenheit. Auch die Zahl derjenigen, die danach pflegebedürftig bleiben, ist sehr hoch.

Ansprechpersonen

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
Prof. Dr. med. Thea Koch

+49 351 4584-110

Webseite

KLINIK BAVARIA Kreischa

Intensivmedizin und Intensivrehabilitation
Chefarzt Dr. med. Ulf Bodechtel

+49 35206 6-2054

0800 57347242
(gebührenfrei)