ERGOTHERAPIE
Die Ergotherapie findet in folgenden Bereichen Anwendung:
Innere Medizin, Onkologie, Stoffwechsel, Orthopädie
Die folgenden Therapien und Behandlungen werden für die Kliniken Onkologie, Stoffwechsel, Orthopädie und die Abteilung Innere Medizin erbracht:

- Alltagsorientierte Einzeltherapie
Sie dient der Abklärung, Erprobung und Training von Aktivitäten des täglichen Lebens und beinhaltet:
- die Durchführung von Dusch- und Anziehtraining (DAT) auf dem Patientenzimmer mit dem Ziel der selbständigen Körperpflege und des selbständigen Transfers durch den Patienten, wie Transfer vom Rollstuhl auf die Toilette, Waschen/Duschen, An- und Auskleiden, Rasieren, Zähneputzen u.ä.
- die Durchführung von Küchentraining in der klinikeigenen Übungsküche
- das Training von Haushaltstätigkeiten wie z.B. Staubsaugen, Bügeln, Wäsche aufhängen u.a.
- Gezielte symptomorientierte funktionelle Einzelbehandlung
zur Erhaltung, Vergrößerung des aktiven, schmerzfreien, physiologischen Bewegungsausmaßes vor allem der oberen Extremität und des Rumpfes unter Berücksichtigung des gesamten Haltungshintergrundes. Des weiteren erlernen Patienten neue physiologische Bewegungsabläufe und bauen vorhandene unphysiologische Kompensationsmechanismen ab.
Die Einzelbehandlung beinhaltet Wahrnehmungstraining, Sensibilitätstraining, Narbenabhärtung, Prothesentraining vorwiegend der oberen Extremität, Einsatz handwerklicher Techniken z.B. Weben, Makramee, Korbflechten, Schreibtraining und ein Handfunktionstraining.
- Facio-Orale-Trakt-Therapie - F.O.T.T. nach Kay Coombes
Die Therapie des Facio Oralen Trakts - umfasst die Therapie der Bewegungen des Gesichtes und Mundes und des Schluckens von Speichel und Nahrung bzw. Flüssigkeit. Sie dient der Verbesserung der gesamten sensomotorischen Situation im Gesichts- und Mundinnenraumbereich des Patienten mit den Zielen:
- der Verbesserung der Ausdrucksmöglichkeiten des Patienten auf nonverbaler und verbaler Ebene
- der selbständigen Organisation der jeweils notwendigen Mund-, Trachealpflege z.B. Inhalation, Absaugung, Zahn-/Prothesenpflege
- der physiologischen Schluckanbahnung bzw. dem Erlernen von Ersatzstrategien zum effektiven Schlucken von Speichel
- der genussvollen oralen Nahrungsaufnahme
- Psychisch-emotionale Gruppen- und Einzelbehandlung
Die psychisch-emotionale Gruppen- und Einzelbehandlung beinhaltet eine
Ton-, Gestaltungs- und Korbgruppe zur Verbesserung des Selbstwertgefühles
der Patienten und dient zum Aufbau sozialer Kompetenz im Alltag sowie
der Unterstützung der Krankheitsverarbeitung.
- Geistig-funktionelle Einzeltherapie
Zur Verbesserung der Konzentration, Ausdauer, Merkfähigkeit und Planungsfähigkeit in Vorbereitung auf den häuslichen, beruflichen Alltag werden im Rahmen der geistig-funktionellen Einzeltherapie Tätigkeiten wie Essenkochen vorbereiten, Einkaufen, Weben trainiert.
- Hilfsmittelberatung, -erprobung und -versorgung
Die Hilfsmittelberatung, -erprobung und -versorgung erfolgt nach intensivem Training individuell auf den betreffenden Patienten bezogen, wenn ein selbständiges Handeln ohne das erprobte Hilfsmittel in absehbarer Zeit nicht möglich ist. Dies betrifft Anzieh-, Bade- und Lagerungshilfen sowie Ess- und Schreibhilfen.
- Funktions-, Lagerungsschienen für den Hand- und Unterarmbereich
beinhaltet beispielsweise die Nachtlagerungsschiene palmar zur Ruhigstellung des Handgelenkes und/ oder der Finger bei Zustand nach distaler Radiusfraktur oder Qengelschiene dorsal bei Volkmann'scher Kontraktur
- Arbeitsplatzorientierte Belastungserprobung und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
erfolgt am Büroarbeitsplatz unter Einsatz des "ERGO-REST" zur Entlastung bei eingeschränkter Armkraft.
Neurologie
Die inhaltlichen Schwerpunkte der Ergotherapie für den Fachbereich Neurologie liegen auf:
- Aktivitäten des täglichen Lebens
Ein wesentlicher Bestandteil der Ergotherapie ist die Arbeit mit den Patienten im Rahmen alltäglicher Verrichtungen, z. B. einfaches Führen bei der Alltagsaktivität "Pullover anziehen". In der Frührehabilitationsphase geht es vorerst um das selbständige Ausführen von einzelnen Teilhandlungen bei der Körperhygiene, dem Ankleiden sowie dem selbständigen Essen und Trinken. Die Aufgabenstellungen werden mit zunehmenden sensomotorischen und perzeptiven Fähigkeiten des Patienten immer umfangreicher, bis hin zu Haushaltsaktivitäten (Kochen, Bügeln) und Computerbedienung. Ziel ist, eine weitest gehende Selbständigkeit in einzelnen Bereichen des täglichen Lebens zu erlangen.
- Sensomotorische Therapie und inhaltliche Schwerpunkte
In der sensomotorischen Therapie werden normale Bewegungsabläufe angebahnt und ausgebaut.
Inhalte:
- Sensomotorische Therapie der oberen Extremität (nach Bobath, Perfetti, Johnstone):
In dieser Therapie werden grob- und feinmotorische Fähigkeiten der Arme und Hände erarbeitet und im Alltagskontext geübt. Dazu werden teilweise auch verschiedene Medien eingesetzt, wie Therapieknete oder adaptierte Spiele, um die wiedererlangten Bewegungsmöglichkeiten sinnvoll in den Alltag zu integrieren.
- Therapie des Facio Orale Trakts - F.O.T.T. (nach dem Konzept von K. Coombes):
Das Ziel dieser Therapie ist die Wiedererlangung der normalen Funktionen im Mund- und Gesichtsbereich.
Inhalte:
- mimische Ausdrucksbewegungen
- koordinierte Atmung und Stimme (u. a. Schutzmechanismen)
- sicheres (aspirationsfreies) Schlucken des Speichels bis hin zur
- oralen Nahrungsaufnahme sowie eine effektive Mundpflege.
- Therapeutisches Führen innerhalb von Alltagsgeschehnissen nach dem Affolterkonzept
Durch das Führen erfolgt die Herstellung des Bezuges zur Umwelt sowie zu Handlungen mit der Absicht einer selbständigen Übernahme von Handlungssequenzen. Führen bedeutet das gemeinsame Durchführen von Handlungsabläufen. Der Therapeut führt z. B. mit seinen Händen die Hände des Patienten bei einer alltäglichen Verrichtung. Durch Spürinformationen über Veränderungen erhält der Patient immer wieder aktuelle Informationen über die Beziehung seines Körpers zur Umwelt und die jeweilige Situation:
- Wo bin ich, wo ist die Umwelt?
- Wie wurde der Gegenstand in diesem Moment verändert?
- Was ist das Ziel der Aktivität, welches der richtige Handlungsschritt?
Ziel des Führens ist die Organisation der Information. Dies ist die Basis
dafür, dass der Patient zum Beispiel:
- ein Verständnis für die Handlung entwickelt
- seine Körperspannung auf die jeweilige Situation anpassen kann
- selbständige einzelne Handlungsschritte übernimmt, bis dahin gehend, dass er ohne Hilfe Handlungen im Alltag ausführen kann.
- Kognitive und psychische Aspekte
Kognitive und psychische Aspekte werden in die Arbeit mit klassischen ergotherapeutischen Medien, wie Handwerk, Spiele und Alltagsaktivitäten einbezogen .
Schwerpunkte sind hierbei:
- Handlungsplanung und -durchführung
- zeitliche und räumliche Orientierung, sowie Orientierung zur eigenen Person
- Förderung kognitiver und psychischer Aspekte wie Gedächtnis und Durchhaltevermögen
- Integration in ein Gruppengeschehen
- Arbeit an realistischer Selbsteinschätzung, Ausdauer, Kreativität, Selbstvertrauen, Sozialverhalten,
- Krankheitsverarbeitung
- Hilfsmittelversorgung
Hilfsmittel unterstützen eine maximale Mobilität und Selbständigkeit, sie erleichtern und optimieren die Betreuung und Pflege des Patienten. Dank vorbereitender Ergotherapie und gezieltem Hilfsmitteleinsatz ist beispielsweise das Schreiben ohne Greiffunktion der Hand möglich.
Zur optimalen Hilfsmittelversorgung gehören:
- Patienten- und Angehörigengespräche
- Beratung
- Hilfsmittelerprobung
- Einleiten der Verordnung
- Übung in Umgang und Einsatz der Hilfsmittel
- Herstellung spezieller Hilfen, z.B.: Greifhilfen, Griffverdickungen
- Beratung zur Wohnraumanpassung, im Einzelfall Hausbesuch
Weitere Informationen zur Therapie allgemein und speziell.