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Klinik Bavaria Kreischa
Klinik Bavaria
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SELBSTHILFE FÜR APHASIKER

 

Neue Wege in der sozialen Betreuung von Aphasikern

(Aphasie und Schlaganfall, Zeitschrift für Rehabilitation und Selbsthilfe, Heft 87, 2/2002, S.15)

Seit Sommer 2001 fördert die Klinik Bavaria den "Gesprächspartner Aphasie" in der Sprachtherapie.

Ein ehemaliger Aphasiepatient kommt zur sozialen Betreuung von Aphasikern in die Klinik; Betroffene reden mit Betroffenen.

Leipziger Kollegen um die Dipl.Psychologin Lehmann haben solche Angebote kürzlich als "zugehende Beratung" beschrieben; es wird Klienten oder Angehörigen offeriert, die vorher weder von der Existenz noch von der Nützlichkeit dieser Beratung etwas gewusst haben. Damit unterstützt die Klinik die psychosoziale Bewältigung bei Sprachstörungen, deren ganze Tragweite Herrmann und Wallesch oder Chris Code an verschiedenen Stellen wiederholt betont haben.

Mit dem Gesprächspartner Aphasie entwickelt die Klinik eine dritte Säule ihrer klinischen Dienstleistung neben Behandlungsauftrag und Angehörigen-Beratung. Das Projekt versteht sich darüber hinaus als neurorehabilitative Initiative, eine Plattform oder Gruppe zur Selbsthilfe der Aphasiker in Kreischa und Umgebung zu schaffen, wie es Lippert-Grüner und Kollegen für Köln beschrieben haben.

Im folgenden schildert Herr Teichmann seine bisherigen Aufgaben und Erfahrungen.

Zweimal in der Woche besuche ich Patienten, die mir die Abteilung oder die Station für einen Kontakt genannt hat. Dabei werden Themen angesprochen, die Patienten interessieren. Auf den ersten Blick könnte man sagen, es geht darin um "unsere Krankheit", aber so ist es nicht: Die meisten Patienten haben ihre Krankheit noch gar nicht richtig begriffen und leben noch in einer "Welt", in der man sich keine Gedanken macht, ob man lesen und schreiben kann.

Erst allmählich wird ihnen die Tragweite ihres gesundheitlichen Verlustes bewußt. Auch beschäftigt die meisten, wie schwer die Krankheit ist und welche Schädigungen aufgetreten sind. Vielen fragen sich: Wo stehe ich in der Schwereskala meiner Erkrankung? Sie vergleichen ihren Fall ständig mit denen der noch anwesenden Betroffenen auf ihrer Station. Bei den meisten ist das Denken vorherrschend, daß der Schlaganfall ein Ereignis sei, das man mit Fleiß und dem Können der Fachleute ganz gut in den Griff bekommen kann. Es braucht einige Zeit, bis die reale Situation überschaubar wird und die Erkenntnis reift, daß man mit eigenem Zutun und Bemühen die Lage verändern kann. Im übrigen merkt man auch in solch einer Klinik, daß es aktive und passive Menschen gibt - so eben auch inaktive Patienten. Meine Gespräche kreisen um vier Bereiche:

Wodurch unterscheidet sich die Selbsthilfe in unserer Klinik von Selbsthilfe-Gruppen? Bei unseren Betroffenen beginnt die Selbsthilfe während der Reha, bei anderen kommt die Selbsthilfe erst danach, oft Jahre später.

Einmal im Monat lade ich zu einem Treffen ehemaliger und aktueller Aphasie-Patienten in die Klinik ein. Dadurch ergeben sich untereinander informeller Austausch und persönliche Kontakte. Durch das Klinikpersonal haben wir eine professionelle Betreuung und können uns Rat und Informationen holen.

Die Selbsthilfe in unserer Klinik ist so organisiert, daß jeder Aphasiker eingeladen ist, wir sind als Selbsthilfe eine offene Gruppe. Soweit mein Bericht. Aus der bisherigen Arbeit haben sich weitere Ideen zum Selbsthilfe-Projekte in Kreischa ergeben:

Verfasser:
Ostermann, F./Teichmann, H.
Für die Klinik Bavaria in Kreischa

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