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Klinik Bavaria Kreischa
Klinik Bavaria
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PSYCHOTHERAPIE / VERHALTENSMEDIZIN

 

Behandlung von primären und erworbenen organischen, einschließlich symptomatischen psychischen Störungen

Die Rehabilitation von primären und erworbenen organischen, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen (kognitive und Verhaltensstörungen auch als Restzustand nach neurologischen Erkrankungen, z.B. nach Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfällen oder Enzephalitis) ist ein Schwerpunkt unseres psychiatrisch/psychotherapeutisch/verhaltensmedizinischen Ansatzes, besonders wenn ein pseudoneurasthenisches Syndrom (dauerhaft erhöhte Erschöpfbarkeit), eine Verhaltensänderung bzw. Hirnleistungsminderung vorliegt. Auch als komorbide Störung zusätzlich zu einer anderen Diagnose aus dem Bereich der psychischen Störungen kann dies wesentlich den Rehabilitationsprozess bestimmen.

Die Bedeutung organischer psychischer Störungen ist erheblich. Beispielsweise kommt es nach Schädel-Hirn-Traumata in einem hohen Prozentsatz zur Ausbildung einer solchen Störung. Akute hirnorganische Störungen treten nach Schädel-Hirn-Traumen in etwa 10% auf, bei 5% ist von einer Chronifizierung auszugehen. Bei zerebrovaskulären Insulten (Schlaganfällen) treten akut bei 30% diesbezügliche Symptome auf und auch hier ist bei 5% ein chronifizierter Verlauf zu erwarten. Bei Hirntumoren (bzw. auch nach erfolgreicher Hirntumor-OP) sind sowohl akut als auch chronifiziert bei 30% der Betroffenen organisch psychische Störungen zu erwarten. Bei Epileptikern kommt es bei etwa 5% zu spezifischen Auffälligkeiten mit entsprechenden Einschränkungen.

Als psychotherapeutische Maßnahmen ist hauptsächlich ein supportiver Psychotherapieansatz, exemplarisch eine stützende Therapie nach ROGERS, zu nennen. Diese Psychotherapieform ist für die Behandlung von Betroffenen mit hirnorganischen Störungen geeignet. Dem auch für hirnorganisch Erkrankte als besonders wichtig anerkannten Problem der über-, aber auch der Unterstimulation wird bei der Betreuung besonderes Gewicht beigemessen. Zu Unterstimulation können unter anderem Unterforderung am Arbeitsplatz, eine überprotektive Familiensituation oder ein die Selbstverantwortung zu stark reduzierenden Rahmen führen.
überstimulation kann durch jede Art von Stress bedingt sein: berufliche überforderung, persönliche Probleme, emotionale Belastung aber auch die eigene Tendenz sich zu überfordern und eigene Leistungsgrenzen nicht wahrzunehmen. Diese Einflußfaktoren werden bei Vorbereitung einer Wiedereingliederung in das Erwerbsleben mit dem Betroffenen besprochen und berücksichtigt.

Eine klassische Verhaltenstherapie ist bei Rehabilitanden mit hirnorganischen Störungen häufig leichter durchzuführen als andere Verfahren.
Dabei können Module des Integrierten Psychologischen Therapieprogramms (IPT nach RODER) genutzt werden. Dieses Programm umfasst 5 Unterprogramme zur kognitiven Differenzierung, sozialen Wahrnehmung, verbalen Kommunikation, Training sozialer Fertigkeiten und interpersonellem Problemlösen. Das Unterprogramm zum Training sozialer Fertigkeiten greift verhaltenstherapeutische Methoden wie Instruktion, Modellernen, Verhaltensübung und –wiederholung, Rückmeldung und Verstärkung auf. Therapieinhalte sind verschiedene soziale und berufliche Situationen, die je nach Schweregrad als risikoarm, risikoreich oder komplex eingestuft werden.

Psychoedukation stellt einen weiteren Behandlungsbestandteil dar. Diese wird dem entsprechenden Informationsstand und der Krankheitserfahrung des jeweiligen Rehabilitanden angepasst und kann beispielsweise die bereits angesprochenen Selbstüberforderungstendenzen zum Thema haben. Der Rehabilitand erhält eine spezifische Aufklärung über seine Erkrankung, speziell über Symptome, Ursachen, Verlauf und Therapie sowie über Schutzfaktoren.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Training der Ausdauer, des Durchhaltevermögens und der kognitiven Fähigkeiten. Dafür bieten wir zusätzlich noch ein spezifisches computergestütztes Trainingsprogramm an. Das computergestützte Training umfasst dabei 64 Test- und übungsprogramme mit insgesamt 334 Aufgabenvarianten zur Visuomotorik, Auffassung, Merkfähigkeit, sprachlichen, intellektuellen, berufsnahen Fähigkeiten und Sachwissen. Die Aufgaben werden jeweiligen kognitiven Niveau jedes einzelnen Rehabilitanden individuell angepasst.

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