PSYCHOTHERAPIE / VERHALTENSMEDIZIN
Behandlung von Depressionen
In der Psychotherapie hat sich insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie
für die Behandlung der Depression als wirksam erwiesen. Ausgangspunkt dieser
Behandlungsform ist die Annahme, dass es sich bei den durch depressive Störungen
bewirkten Verhaltensweisen um ein "erlerntes Fehlverhalten" handelt, das
durch Einüben anderer Verhaltensmuster überwunden werden kann.
Auch wird versucht, eingefahrene, meist negative Denkmuster durch realistische
und positive Denkweisen zu ersetzen, was durch folgende Schritte angestrebt
wird:
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Schritt 1: Die Schlüsselprobleme werden benannt,
der Patient in seiner negativen Sichtweise akzeptiert. Einhergehend mit
dem Aufbau der therapeutischen Beziehung wird zwischen Patient und Therapeut
ein Arbeitsbündnis geschlossen.
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Schritt 2: Gemeinsam wird der Zusammenhang zwischen Denken,
Fühlen und Handeln an konkreten Schilderungen des Patienten erarbeitet.
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Schritt 3: Die "Erfolg-Vergnügen-Technik" als alternatives
Denk- und Wahrnehmungsmodell wird vorgestellt und hierzu praktische Anwendungen
bzw. Aktivitäten geplant und umgesetzt (z.B. Wochenplanung mit abgestuften
Aktivitäten).
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Schritt 4: In Rollenspielen wird geübt, mit spezifischen alltäglichen
Problemen umzugehen, die eigenen Interessen wahrzunehmen, um die Kontaktfähigkeit
wieder herzustellen bzw. aufzubauen (soziale Kompetenz). An Stelle alter
Denk- und Handlungsweisen werden neue Möglichkeiten erschlossen, wobei
Sinn und Ziele des Rollenspiels gemeinsam mit dem Patienten besprochen
und schließlich auf den Alltag übertragen werden.
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Schritt 5: Der Patient erkennt seine eigenen Denkweisen als
Hypothesen, nicht als Fakten. Eingefahrene negative Denkmuster werden
im Alltag in ihrem Automatismus erkannt, überprüft und gegebenenfalls
durch alternative Erklärungen ersetzt. Der Patient lernt auch in schwierigeren
Situationen die Kontrolle zu behalten und erlangt seine frühere soziale
Kompetenz zurück.
Weitere Aspekte der kognitiven Verhaltensforschung ist auch die oben erwähnte
Aufklärung des Patienten über seine Erkrankung und das intensive Gespräch
über Erfahrungen mit der Krankheit, über Symptome, Ursachen, Verlauf und
Therapie der Depression. Dabei ist ein weiterer besonderer Schwerpunkt auch
in der Behandlung von Depressionen bei älteren Menschen zu sehen.
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