
| Leitung: | Oberärztin Dr. med. K. Anders Fachärztin für Allgemeinmedizin Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin Sozialmedizin |
| Telefon: | 035206 62031 |
In unserem Zentrum für Querschnittgelähmte und unfallchirurgische Frührehabilitation werden Patienten aufgenommen mit schweren Verletzungen und Erkrankungen der Wirbelsäule und des Bewegungsapparates. Ziel ist es, diesen Patienten mit umfassender interdisziplinärer rehabilitativer Unterstützung ein optimales persönliches und soziales Leistungsvermögen zurückzugeben.
Aufgenommen werden Patienten mit folgenden Indikationen:
Im Querschnittgelähmten-Zentrum werden alle erforderlichen und international üblichen Behandlungsmethoden außer der Akutbehandlung angeboten. Auf unserer Intensiv/ Früh-Reha-Station besteht die Möglichkeit der frühzeitigen Aufnahme hoch tetraplegischer und beatmungspflichtiger Patienten. Entsprechend dem Zustand des Patienten werden nachfolgend auf IC- und peripheren Stationen nahtlos weiterführende rehabilitative Behandlungen angeboten.
Weiterhin besteht die Möglichkeit zu einer Wiederaufnahme im Rahmen einer lebenslangen Nachsorge zur vorbeugenden Untersuchung und Behandlung, für Trainingsmaßnahmen und zur Behandlung von Komplikationen. Alle Mitarbeiter des Querschnittgelähmten-Zentrums in Kreischa legen großen Wert darauf, dass auch die Angehörigen des Patienten in den Rehabilitationsprozess einbezogen werden. Dazu dienen Patienten- und Angehörigenseminare sowie Trainingsveranstaltungen für Angehörige. In begrenztem Umfang ist die Unterbringung von Angehörigen im Querschnittgelähmtenzentrum möglich.
Im Rahmen eines jährlichen Sommerfestes tauschen ehemalige und gegenwärtige Patienten Erfahrungen mit den Mitarbeitern aus und fördern so die Hilfe zur Selbsthilfe.
Die Rehabilitation dieser Patientengruppe ist durch das oft hohe Maß ihrer körperlichen Behinderung und oft anhaltender vielfältiger Gesundheitsrisiken, dabei erhaltener intellektueller Leistungsfähigkeit und durch hohe Erwartungen an einen weltweit praktizierten Behandlungsstandard gekennzeichnet. Diesbezüglich bestehen mit den medizinischen Einrichtungen der Stadt Dresden gute Kooperationsbeziehungen.
Die Rehabilitation beginnt nach Abschluss der Akutbehandlung und erforderlicher operativer Versorgung. Die Fortführung einer intensiven medizinischen Behandlung und Beatmungstherapie ist in unserem Zentrum möglich. Ein frühzeitiger funktioneller Wiederaufbau wird angestrebt.
Die Schwestern und Pfleger des Querschnittgelähmten-Zentrum sind für die Lagerung, die körperliche Pflege und Hygiene, Ernährung sowie auch die Blasen- und Darmentleerung zuständig. Sie sind der erste Ansprechpartner und oft die Vertrauensperson des Patienten.
Aufgabe unserer speziell ausgerichteten Physiotherapie ist es, die passive Beweglichkeit in den Gelenken zu erhalten und die aktive Beweglichkeit zu fördern. Eine zielgerichtete Atemtherapie soll den Ausfall an aktiver Atem-Muskulatur kompensieren.
Unsere Ergotherapeuten bemühen sich, dem Patienten ein hohes Maß an Selbständigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens zu vermitteln. Für den Prozess der Auseinandersetzung mit der Behinderung, der Krankheitsverarbeitung und -bewältigung stehen erfahrene Psychologen zur Seite.
Im Behandlungsteam erhält der Patient Informationen über seine Schädigung und seine Zukunftschancen:
Im Rahmen der Einzelbehandlung finden Anwendung:
In der Stabilisierungsphase sind die Patienten oft noch sehr unselbständig und komplikationsgefährdet. Die Behandlungs-maßnahmen gelten nicht mehr primär den vitalen Gefährdungen sondern vielmehr den Anpassungsvorgängen unter der neuen, ungewohnten Lebensweise mit Hilfsmitteln, im Rollstuhl, mit den neuen Bewegungs- und Verhaltensmustern und den Reaktionen der Umwelt.
Der Patient lernt, die Nahrung selbständig aufzunehmen, die Körper-hygiene
durchzuführen, die Harnblase und den Darm zu entleeren, sich an- und auszuziehen,
das Bett und das Zimmer zu verlassen. Jede Handlung erfordert eine maximale
Kraftanstrengung und Körperkontrolle, die erst erlernt werden muss. Trainingskurse
und Seminare für Patient und Angehörige vertiefen die Fertigkeiten bei den
Verrichtungen des täglichen Lebens und vermitteln wichtige Grundkenntnisse
im Zusammenhang mit der Grunderkrankung. Vorträge zur Pathophysiologie,
zur praktischen Gesundheits-
erziehung und zu den Rechten Behinderter werden
angeboten. Eine verkehrsmedizinische Beurteilung der Fahrtauglichkeit und
eine Fahrschule können absolviert werden.
Der Patient lernt allmählich, sich wieder als aktiv Handelnder zu erkennen, mit seiner Behinderung und den Risiken zu leben und sein Leistungsvermögen, auch seine beruflichen Chancen realistisch einzuschätzen. Seine nahen Angehörigen werden in diesen Prozess mit einbezogen.
Dabei erreicht die Mehrzahl der Patienten eine Leistungsfähigkeit und Selbständigkeit, die bis zur Simulation und Erprobung einer weitgehend normalen Alltags-, Umwelt- und Berufsbelastung führt. Nach der Entlassung wird der Patient von seinem Hausarzt betreut. Physiotherapeutische Maßnahmen sollten ambulant weitergeführt werden. Darüber hinaus ist die ambulante Vorstellung in unserem Zentrum möglich. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und den Ärzten des Querschnittgelähmtenzentrums wird angestrebt.