
| Leitung | Oberarzt Dr. med. K. Morgenstern
Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin-Sportmedizin Sozialmedizin |
| Telefon | 035206 - 610 53 |
| Fax | 035206 - 612 70 |
„Neu“ Laufen lernen im Amputationsnachbehandlungszentrum
„Amputation ist Anfang und nicht das Ende einer Behandlung“
Sir Reginald
Watson-Jones
In unserem Amputations-Nachbehandlungszentrum behandeln wir interdisziplinär Amputierte der oberen und unteren Extremitäten.
Da sehr unterschiedliche Ursachen (Unfall, verschiedenste
Gefäßerkrankungen, Infektionen, Tumore) in eine Amputation münden können,
werden die Rehabilitanden durch enge fachliche Zusammenarbeit der Abteilungen
Orthopädie/Traumatologie und Diabetes/ Stoffwechsel
und Endokrinologie betreut. Somit werden häufig vorkommende Begleiterkrankungen
(z.B. Diabetes mellitus) gleichzeitig mitbe-
handelt.
Wenn ein Patient eine Amputation erleiden musste, ist eine lebenslange Nachsorge und Rehabilitation notwendig. Deshalb betreuen wir in unserem Amputationsnachbehandlungszentrum nicht nur Rehabilitanden zur Erstrehabilitation, sondern auch im Rahmen von Folgerehabilitationen zur Neuanpassung oder Optimierung von Prothesen bzw. Orthesen und den damit verbundenen funktionellen Probleme.
Wundversorgung und Verbandswechsel sowie Kompressionstherapie als Voraussetzung frühzeitiger Prothesenversorgung sind für unsere Mitarbeiter in der Primärversorgung von Patienten nach Amputationen selbstverständlich. Durch täglichen Patientenkontakt werden auftretende medizinische Problemstellungen frühzeitig erkannt und wirksam therapiert sowie die Einschätzung der Wund- und Weichteilsituation sichergestellt.
Im Mittelpunkt der Rehabilitation von Patienten nach Amputation an den unteren Extremitäten steht die Gehschule sowohl in- als auch außerhalb der Klinik in einem eigens dafür spezialisierten Therapiezentrum. Es erfolgt ein intensives Training mit dem Schwerpunkt des Prothesengehens und -handlings.
Durch Nutzung der Möglichkeiten des Biomechaniklabors können funktionelle Probleme visualisiert und dokumentiert werden. Auf diesen Ergebnissen können die therapeutischen Ansätze besonders in der Gehschule optimiert werden.
Mit Hilfe unseres Biomechaniklabors testen wir computerisiert gesteuerte Prothesen (z.B. c-Leg©, Rheo-Knee©) und können die Verordnung solcher Gehhilfen prüfen.
Bei Prothesenversorgungen der oberen Extremitäten liegt der Behandlungsschwerpunkt im ergotherapeutischen Bereich.
Im Haus befindet sich eine spezielle orthopädietechnische Werkstatt, die vor Ort im Rahmen des Amputationsteams zeitnah modernste Prothesentechnik technisch betreut.
Jede Amputation bringt eine erhebliche psychische Belastung für die Betroffenen. Deshalb gehört einen intensive psychologische Mitbetreuung zu unserem Konzept.
Für die soziale und ggf. berufliche Integration werden unter Federführung des Sozialdienstes in Zusammenarbeit mit den Kostenträgern (Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen, Krankenkassen) auf jeden Patienten individuell abgestimmte Strategien erarbeitet. Um berufliche Fragen in Zusammenhang mit Amputation und Prothesenversorung zu klären, können wir unter realistischen Bedingungen die Rehabilitanden im Medizinsichen Zentrum für Arbeit und Beruf betreuen und auch Fragestellung zur Kfz-Mobilität klären.