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Klinik Bavaria Kreischa
Klinik Bavaria
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ONKOLOGIE UND HÄMATOLOGIE

 

Rehabilitation nach Knochenmark- bzw. Stammzelltransplantation

Die Patientengruppe der Transplantierten bildet einen besonderen Schwerpunkt in unserer Klinik.

Im vergangenen Jahr wurden 130 blutstammzell- und knochenmarktransplantierte Patienten aus über 10 transplantierenden Zentren aus ganz Deutschland in unserem Haus stationär rehabilitiert. Mit der langjährig transplantationserfahrenen ärztlichen Leitung unserer Hämatologie gewährleisten wir ihre kompetente Rehabilitation und Nachsorge.

Die Patientinnen und Patienten werden in enger Kooperation mit den transplantierenden Kollegen der zuweisenden Zentren betreut. Als Kooperationspartner der Universitätsklinik Dresden stehen uns alle Ressourcen des universitären Blutspendedienstes sowie der Laboratoriumsmedizin jederzeit zur Verfügung. Die örtliche Nähe und gute Verkehrsanbindung zum Klinikum sind von entscheidender Bedeutung.

Die Qualitätsanforderungen, die wir an unsere stationäre Rehabilitation nach Stammzelltransplantation stellen, unterscheiden sich nicht wesentlich in der frühposttransplantären Phase mit ihren überwiegend akut somatischen Problemen und in der Spätphase mit den zunehmend chronifizierenden somatischen wie psychosozialen Problembereichen. Die überwiegende Mehrzahl der Patientinnen und Patienten werden innerhalb der ersten 30 -100 Tage nach Transplantation zur Rehabilitation stationär aufgenommen. Im Vordergrund stehen sämtliche Probleme der ineffektiven und unzureichenden Hämatopoese mit erhöhter Infektanfälligkeit sowie der akuten Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung. Neben der intensiven Kontrolle und Behandlung der transplantationsspezifischen Komplikationen und Nebenwirkungen, sind die psychischen Folgen, die Probleme der Krankheitsbewältigung mit der existentiellen Bedrohung und Angst vor Rezidiven und lebensbedrohlichen Komplikationen in Zusammenarbeit mit allen therapeutischen Disziplinen einfühlsam und konsequent zu beachten.

Nahezu alle Patienten befinden sich in einem berufsfähigen Alter, womit die Probleme der sozialen und beruflichen Reintegration nach lange andauernder krankheits- und therapiebedingter Lebensveränderung in der spätposttransplantären Phase zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Mitarbeiter des ärztlichen Teams, der Psychoonkologie, der Pflege und der therapeutischen Bereiche verfügen über eine wachsende Erfahrung und Kenntnisse in der Betreuung allogen und autolog Transplantierter.

Die erheblichen Kraft- und Konditionsdefizite werden nicht selten von mental-kognitiven Funktionseinbußen begleitet. Mit dem Ziel des Aufbaus eines angemessenen Bewältigungsverhaltens und der Ressourcenaktivierung werden supportive Einzeltherapien sowie ärztlich und psychologisch geführte Gruppentherapien angeboten. Es besteht auch die Möglichkeit, die oft subjektiv wahrgenommenen Einschränkungen kognitiver Funktionen, insbesondere Reaktionsschnelligkeit, Gedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeit testdiagnostisch zu objektivieren und bei Bedarf entsprechende Übungsanleitungen zu geben.

Therapeutisch steht neben der intensiven psychoonkologischen und neuropsychologischen Betreuung zentral der hohe Behandlungsbedarf an Einzel- und Kleingruppentherapien, die den Erfordernissen immunsupprimierter Patienten gerecht werden.

Unser Physio- und sporttherapeutisches Konzept baut auf einer standardisierten dynamographischen Untersuchung sowie einem herzfrequenzgesteuertem Ausdauer-Leistungs-Training auf. Zu diesem Konzept wird im Folgenden Stellung bezogen.


Methoden der Muskelfunktionsdiagnostik

Dynamographische Untersuchungen

Die Erfassung und Auswertung von Maximalkräften unter isometrischen Bedingungen mit Hilfe dynamometrische Untersuchungen wird in Kreischa seit über 30 Jahre zur Objektivierung des Rehabilitationstrainings eingesetzt (T. Wille).

Muskelabschwächungen und muskuläre Dysbalancen zwischen links und rechts sowie zwischen A-und Antagonisten als Hauptursachen von Fehlbelastungsschäden können besser als mit dem Janda-Test objektiviert werden.

Die isometrische Maximalkraftmessung stellt keine erhöhten koordinativen Anforderungen und ist infolge der günstigen Kontraktionsform und der sehr geringen Verletzungsgefahr auch in der Anfangsphase der Rehabilitation durchführbar. Es handelt sich um ein valides und reliables Messverfahren.

In nachfolgender Abbildung ist ein Dynamographiegerät zu sehen, welches zur Messung der Extensions- und der Flexionskraft im Kniegelenk bei Knochenmark- und Stammzelltransplantierten eingesetzt wird. Daneben sind die auf die Sollwerte normierten Muskeldrehmomente im Ausgangs- (AT) und die nach 3 Wochen Rehabilitationstraining erreichten Werte (RT) im Abschlusstest sowie die effekt sizes dargestellt. Durch ein kontrolliertes Muskelaufbautraining konnten innerhalb von 3 Wochen die Muskeldrehmomente um durchschnittlich ca. 40% verbessert werden und erreichen bei der Flexion ca. 115% bei der Extension ca.84% der Norm. Die Effektsizes, als Quotient zwischen Mittelwertdifferenz und gepolter Standardabweichung, liegt bei über 0,5.

Ähnliche hohe Kraftverbesserungen konnten bei Mamma-Karzinom-Patientinnen bei der Adduktion und der Abduktion im Schultergelenk sowie bei der Extension und der Flexion im Ellenbogengelenk erzielt werden (s. nachfolgende Abbildung).

Die Unterschiede der Mittelwerte zw. Ausgangs- und Wiederholungstest sind bei allen Messungen hochsignifikant: p<0,001 (Wilcoxon matched pairs test).

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